Grundsätzlich wird Bauen und Wohnen eine ökologische Belastung sein. Beim Bauen wird immer in ein ökologisches System eingegriffen und dieses gestört. Dies ist solange kein Problem soweit die natürlichen Ressourcen regeneriert werden können und die Rest- und Abfallstoffe wieder problemlos in die Biosphäre zurückgeführt werden können.

Ökologisches Bauen

heißt auch energiesparendes Bauen. Dies umfasst die Umsetzung der technisch realisierbaren Einsparpotentiale in den Bereichen Heizung, Warmwasser und Strom. Gleiches gilt auch für alle möglichen Formen der Einsparung von Trinkwasser.
Die Art und Weise des Bauens wirkt sich nicht nur auf die Umwelt, sondern in besonderer Weise auf den Menschen aus. Für das Wohlbefinden des Menschen ist es wichtig wie und mit welchen Materialien gebaut wird. Aus dieser Erkenntnis entstand die Baubiologie.

Die Baubiologie

beinhaltet das gesamtheitliche Bauen in bezug auf den Menschen, der im Zentrum aller Baubemühungen steht. Die Baubiologie steht mit ihren Grundsätzen für ein gesundes und natürliches Leben der Menschen. Das Bauen soll unter Einbezug der technisch und ökonomisch verfügbaren Mittel das körperliche, seelische und geistige Wohlbefinden des Menschen unterstützen.

Die Bauökologie

beschreibt die Beziehung der Menschen, der Lebewesen, der Organismen zur Umwelt. Ziel der Bauökologie ist folglich die Verwendung von Baustoffen und Konstruktionen, die ihre Umwelt möglichst wenig belasten.
Baubiologie und Bauökologie ergänzen sich, sie bilden eine Einheit. Ökologisches Bauen und Wohnen ist ein sehr umfangreiches und komplexes Thema. Die nachfolgenden Informationen stellen Denkanstösse zu diesem Thema dar. Wer auf seine individuellen Bedürfnisse ökologisch ausgerichtete Bauvorhaben plant sollte sich im Vorfeld unbedingt von erfahren Architekten, Baubiologen, Bauökologen oder Fachhändlern beraten lassen.

UMWELTSIEGEL FÜR ÖKOLOGISCHE BAUSTOFFE

Unter dem Begriff „ökologisch und gesundheitsbewusstes Bauen“ findet man eine Vielzahl von Logos, Labels und Zertifikate am Markt. Nicht alle sind seriös. Manches wird als Öko-Produkt verkauft, was diese Bezeichnung gar nicht verdient. Für Baustoffe und Dämmstoffe sind mehr als 30 Umweltzeichen auf den Markt. Generell halten Produkte mit einem amtlichen Zertifikat bestimmte Umweltstandards wie Ressourcenschonung und Produktqualität ein. Auf schadstofffreie Zusammensetzung und gesundheitlich unbedenkliche Nutzung sind nicht alle zertifizierten Produkte geprüft. Damit der Verbraucher sich in der Vielfalt an Gütesiegeln zurechtfinden können, haben internationale Umwelt- und Verbraucherverbände ein neues, einheitliches Qualitätszeichen geschaffen: „natureplus“. Es ist für ganz Europa einheitlich und aufgrund strenger Anforderungen und Prüfungen vertauenswürdig. Wesentliche Kriterien von natureplus:

  • der Anteil nachwachsender und / oder mineralischer Rohstoffe beträgt mindestens 85%
  • Verwendung von Rohstoffen mit ausreichenden Ressourcen
  • Verbot von umwelt- und gesundheitsbelastenden Einsatzstoffen
  • geringer Energieverbrauch in der Herstellung
  • geringe Emissionen in der Herstellungs- und Nutzungsphase
  • ökologisch optimierte Verpackung
  • qualifizierte Verarbeitungshinweise
  • Volldeklaration der Einsatzstoffe

WICHTIGE ÖKO-LABEL FÜR GESUNDES BAUEN

Name Zertifizierungsstelle Produkte
eco-Zertifikat eco-Umweltinstitutwww.eco-umweltinstitut.com Anstrich- und Beschichtungsstoffe, Dämmstoffe, Parkett, Holzfußböden , Paneele, textile Bodenbeläge, Holzwerkstoffe, Matratzen, Dichtungsbänder (geht auf im europäischen Gütezeichen „natureplus“)
Geprüft und empfohlen vom IBR Institut für Baubiologie Rosenheim GmbHwww.baubiologie.org Ziegel- und Ziegelerzeugnisse, Dämmstoffe, keramische Erzeugnisse, Kalk, Gips, Zement, Tapeten, Bodenbeläge, Heimtextilien
TÜV-Umweltsiegel TÜV Süddeutschland www. tuev-sued.de Dämmstoffe, Mörtel- und Betonprodukte, Lacke, Lasuren, Klebstoffe (geht auf im europäischen Gütezeichen „natureplus“)
Blauer Engel RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.www.ral.de Für folgende Produkte wird der Blaue Engel vergeben: Büro und Homeoffice Renovierung und Bauen Wohnen, Haushalt, Einrichten Mobilität Garten
natureplus Internationaler Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen – natureplus e.V Dämmstoffe, Holzwerkstoffe, Dachziegel, demnächst auch Bodenbeläge, Parkett, Wandfarben, Lacke, Mörtel, Putze, Ausbauplatten
Europäische Umweltagentur Für die Kennzeichnung wird der gesamte Lebenszyklus (Herstellung, Anwendung, Verbrauch, Entsorgung) eines Produktes berücksichtigt.

Die R-Symbolik und die Volldeklaration

Heute ist Nachhaltigkeit und ökologisches Wirtschaften ein gesetzlich festgeschriebenes, gesamtgesellschaftliches Ziel. „R“ steht für Renewables (Erneuerbar) und darum geht es bei der neuen ergänzenden Kennzeichnung für Produkte zum Bauen und Wohnen. Auf einem Blick vermittelt das „R“ anhand seiner Farbgebung, wie hoch der Anteil an fossilen, mineralischen und nachwachsenden Rohstoffen in einem Produkt ist. Während das natureplus-Qualitätszeichen eine strenge Qualitätsprüfung vor allem auf Umweltverträglichkeit und gesundheitliche Unbedenklichkeit beinhaltet, macht das „R“-Symbol in plakativer Form die Rohstoffbasis deutlich. Die Konsumenten können auf einen Blick erkennen welche Ressourcenanteile in einem Produkt verwendet wurden. Die verschiedenen Anteile werden durch unterschiedliche Farben in einer 10-er Skala sichtbar gemacht.

für fossile Anteile GELB für mineralische und metallische Anteile GRÜN für die nachwachsenden Anteile

Die Hersteller haben hierzu eine verbindliche Volldeklaration vorzulegen, d. h. sämtliche Inhaltsstoffe werden nach den international gültigen CAS-Nummern erfasst und deklariert. Darüber hinaus werden bei den R-bilanzierten Produkten die CMR-Stoffe (krebserzeugende, mutagen- und erbgutverändernde Substanzen) erfasst und gekennzeichnet.

GESUND BAUEN MIT NATURBAUSTOFFEN

BAUMATERIALIEN

Angesichts steigender Umweltverschmutzung und Zivilisationskrankheiten wie Allergien, Erkrankungen der Atemwege und Kreislaufbeschwerden, hervorgerufen durch Formaldehyde, Polystyrole, Lindan, Glasfasern und andere chemische Stoffe, gewinnen ökologische Baustoffe zunehmend an Bedeutung Synthetische Baustoffe werden mit hohem Energieverbrauch, giftigen Abgasen und Abwässern hergestellt, mit Gesundheitsrisiko eingebaut, bewohnt und umwelt- schädlich entsorgt.

Ökologische Baumaterialien werden aus nachwachsenden Rohstoffen ohne chemische Zusatzstoffe hergestellt, sind angenehm zu verarbeiten, bieten ein gesundes Raumklima und sind kompostierbar. Der erste Schritt zur Schaffung eines wohngesunden und angenehmen Raumklimas ist der Einsatz von Baustoffen, die die Fähigkeit haben, das Innenraumklima zu beeinflussen, d.h. die auf Wärme und Feuchtigkeit reagieren können. Baustoffe aus natürlichen Rohstoffen sind für Wasserdampf durchlässig und können Feuchtigkeit aufnehmen und speichern.

Bauen mit Lehm

Lehm gilt als Ökobaustoff schlechthin. Kein anderes Material vereint so viele positive Eigenschaften auf einmal.
Lehm ist ungefährlich. Er ist geruchlos, ungiftig und bei direkten Hautkontakt nicht ätzend.
Lehm reguliert die Luftfeuchtigkeit. Lehm kann relativ schnell Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese bei Bedarf wieder abgeben.
Lehm speichert Wärme, weil er zu den schweren Baustoffen zählt.
Lehm spart Energie, weil bei der Verarbeitung sehr wenig Energie benötigt wird. Lehm braucht nur 1% der Energie, die für die Herstellung von Ziegeln oder Stahlbeton nötig ist.
Lehm ist recycelbar. Mehrfach genutzter Lehm wird einfach zerkleinert mit Wasser vermischt und wieder verarbeitet.
Lehm bindet Schadstoffe. Die im Lehm enthaltenen Tonmineralien absorbieren und binden die in der Raumluft gelösten Schadstoffe.
Lehm ist vielseitig verwendbar: Lehmbaustoffe können zu Steinen, Platten oder Formteilen verarbeitet werden. Außerdem ist er als Lehmmörtel und als Dekorputz einsetzbar.

Ziegel

Die Grundbaustoffe von Ziegeln sind Lehm, Ton, Wasser und Sand. Ziegel sind absolut frei von Allergenen und Schadstoffen. Sie besitzen eine geringe Rohdichte, sind hochwärmedämmend und atmungsaktiv.

Kalksandstein

Kalksandstein besteht aus den natürlichen Rohstoffen Kalk, Sand und Wasser. Sie besitzen eine hohe Rohdichte, verbessern das Raumklima durch Temperatur- und Feuchtigkeitsausgleich und weisen einen guten Schallschutz auf.

Porenbeton

Der Baustoff Porenbeton wird aus Quarzsand, Zement, Kalk und Wasser hergestellt. Die Rohmasse wird durch Aluminiumpulver aufgebläht. Porenbeton besteht aus 80% Luft und 20% Feststoffen. Dadurch entsteht ein Werkstoff mit hohen Wärmedämmeigenschaften. Der Einsatz von Porenbeton bedeutet nicht nur weniger Heizkosten sondern auch den Ausschluss von Feuchtigkeit und Schimmelbildung im Haus.

Blähton

Bei der Herstellung von Blähton wird Ton granuliert und gebrannt. Bei hohen Temperaturen verbrennen die im Ton enthaltenen organischen Bestandteile und es bilden sich feine Poren. Diese Blähtonperlen werden mit Zement gebunden und zu massiven Elementen geformt. Dieser Werkstoff ist hoch wärmedämmend, und wärmespeichernd, schallisolierend , atmungsaktiv und unempfindlich gegen Feuchtigkeit.

Holz – ein Naturbaustoff

Auszeichnung von im Handel befindlichen HolzschutzmittelnHolz als Konstruktionsvollholz ist da statisch hoch belastbar, es ist baubiologisch vorbildlich, da schadstofffrei und es ist ökologisch unbedenklich, da es als nachwachsender Rohstoff positiv das globale Klima beeinflusst. Holz besitzt gute Dämmeigenschaften. Es speichert Wärme, leitet sie aber schlecht ab, d.h. Wände und Fußböden fühlen sich nie kalt an.
Holz ist ein langlebiger Werkstoff, wenn er entsprechend gegen schädliche Umwelteinflüsse geschützt wird. Dazu gehören die richtige Auswahl des Holzes für den jeweiligen Verwendungszweck, die Beachtung der baulich-konstruktiven Voraussetzungen und bei Einsatz in Extrembereichen die Verwendung von Holzschutzmitteln. Dabei sollte man nur auf geprüfte und amtlich zugelassene Mittel mit folgenden Prüfzeichen zurückgreifen.

Kurzzeichen von im Handel erhältlichen Holzschutzmitteln:

P wirksam gegen Pilze (Fäulnisschutz)
Iv vorbeugend wirksam gegen Insekten
Ib wirksam zur Bekämpfung von Insekten
W wirksam auch bei Holz, das der Witterung ausgesetzt ist
E wirksam auf Holz, das ständigen Erd- oder Wasserkontakt hat

Im Wohnbereich ist eine vorbeugende Verwendung von chemischen Holzschutzmitteln nicht erforderlich.

Holzwerkstoffe und Innenausbauplatten

Während Konstruktionshölzer chemisch nicht behandelt werden, sind Holzplatten , wie Sperrholz, Spanplatten, MDF- oder OSB – Platten oft mit Kunstharzen verleimt.
Durch diese Bindemittel können Holzwerkplatten Schadstoffe enthalten, wie z.B. Formaldehyde oder Isocyanate. Je geringer der Bindemittelgehalt, desto weniger Schadstoffe können ausgasen. Die Bindemittelgehalte sinken in folgender Reihenfolge: Spanplatte, Sperrholzplatte, OSB-Platte, Tischlerplatte, Massivholzplatte. Für Formaldehyd gibt es folgenden Grenzwert: 0,1 ppm (E1-Qualität). Der „Blaue Engel“ sieht einen Grenzwert von max.0,05 ppm vor , das eco-Zertifikat verbietet die Anwendung von Formaldehyd. Empfehlenswert sind Holzwolleleichtbauplatten, gebunden auf Magnesit- oder Zementbasis bzw. Platten auf Gipsbasis.

Gesunde Dämmstoffe

Die Wahl des richtigen Dämmstoffes ist entscheidend für die Schaffung eines gesunden Wohnraumklimas. Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen werden mit wenig Energie hergestellt und weisen positive bauphysikalische Eigenschaften auf. Da aber teilweise Zusatzstoffe als Brandschutzhemmer zugegeben werden, ist unbedingt auf eine Volldeklaration der Inhaltsstoffe zu achten.

Holzfaserplatten

oder auch Weichfaserplatten werden aus Holzabfällen durch Pressen hergestellt. Ihre Festigkeit erhalten sie durch Verfilzen der Holzfasern und durch holzeigene Harze als Bindemittel. Die wärmedämmende Wirkung der Platten ist gut, zusätzlich sind sie wasserdampfdurchlässig, weisen eine gute Wärmespeicherfähigkeit und gute Schallschutzeigenschaften auf. Ohne Zusatzstoffe sind sie kompostierbar

Holzwolleleichtbauplatten

Werden unter Bindemittelzusatz aus langfaserigen Holzspänen hergestellt. Als Bindemittel werden entweder Zement oder Magnesit verwendet. Sie besitzen ein relativ geringe Wärmedämmfähigkeit, aber ein hohes Wärmespeichervermögen.

Zellulose

wird aus zerfaserten Altpapier und einem Zusatz aus unbedenklichen Borsalzen als Brandschutzmittel hergestellt. Die Zellulose wird zu Dämmplatten oder Flocken verarbeitet. Zellulose weist eine sehr gute Wärmedämmung und ist feuchtigkeitsausgleichend und schallschluckend. Zellulosedämmstoff ist wiederverwertbar und deponiefähig aber nicht kompostierbar.

Stroh

Wird zu Leichtbauplatten und losem Einblasgut verarbeitet. Es besitzt eine mittlere Wärmedämmwirkung und ist wasserdampfdurchlässig. Je nach Anwendungsgebiet erfolgt eine zusätzliche Brandschutzbehandlung mit Borsalzen. Erzeugnisse aus Stroh zählen heute noch zu den Randprodukten.

Flachs

Flachsfasern werden unter Verwendung von Klebern (z.B. Kartoffelstärke) oder Kunststofffasern zu Dämmplatten verarbeitet. Zum Schutz gegen Brand oder Ungeziefer setzt man Borsalze zu. Flachs weist sehr gute Wärmedämmeigenschaften auf und ist beständig gegen Schimmelpilz.

Hanf

Aus Nutzhanf (rauschgiftarm) werden in Verbindung mit Kunststofffasern und Soda Dämmstoffmatten mit optimalen Dämmwerten und Diffusionseigenschaften hergestellt. Das Material ist recycelbar. Seine natürlichen Inhaltsstoffe machen den Werkstoff resistent gegen Schädlingsbefall.

Kork

Kork ist abgestorbenes Zellgewebe und wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen. Kork wird in expandierter Form ohne künstliche Bindemittel oder imprägniert angeboten. Expandierter Kork wird mit natureigenen Harzen gebunden und zählt zu den umweltfreundlichen und gesundheitlich unbedenklichen Dämmmaterialien. Bei imprägnierten Kork bestehen je nach Bindemittel gesundheitliche Risiken durch das Entweichen von Formaldehyd- und Bitumendämpfen. Kork vereint in sich eine gute Wärmedämmung mit einer hohen Wärmespeicherfähigkeit und ist resistent gegen Ungeziefer und Schimmel.

Schafwolle

Schafwolle wird als Dämmfilz, Matte, Trittschalldämmplatte oder Stopfwolle angeboten. Sie besitzt eine gute Wärmedämmung, ein hohes feuchtedynamisches und atmungsaktives Verhalten. Als Schutz vor Schädlingsbefall und Brandschutzmittel werden Borsalze eingesetzt, die in diesen Konzentrationen als unbedenklich eingestuft werden. Ohne Borsalzimprägnierung ist Schafwolle kompostierbar.

Kokosfasern

Kokosfasern werden aus der Fruchthülle der Kokosnuss gewonnen und haben durch pflanzeneigene Gerbstoffe eine gute Beständigkeit gegen Verrottung. Aus Brandschutzgründen ist eine Imprägnierung durch Borsalze nötig.

Ceralith

Ceralith ist ein staubarmes Granulat zum Schütten und Einblasen. Es besteht aus Roggenschrot, Roggenkleie, Molke und und zwei mineralischen Komponenten. Seine bauphysikalischen und baubiologischen Eigenschaften garantieren ein reizfreies und behagliches Wohnklima. Seine hohe Wärmespeicher-Kapazität sorgt für angenehme Kühle bei sommerlichen Temperaturen und wohlige Wärme im Winter. Das Produkt ist resistent gegen Schädlingsbefall und Schimmelpilz.

Perlite

Perlit ist vulkanisches Gestein und zählt zu den mineralischen Dämmstoffen. Die Perlite haben eine gute Dämmwirkung ist gut, sind nicht brennbar, unverrottbar und ungeziefersicher.

FENSTER

Fenster sorgen für Licht und Wärmeaustausch in der Wohnung, aber sie sind auch eine Schwachstelle bei der Wärmedämmung. Ein guter Grund also, der Auswahl von Fenstern besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Typische Fensterkonstruktionen sind:

  • Einfachfenster aus einem Flügel mit Zwei- oder Mehrscheibenverglasung
  • Verbundfenster aus zwei Flügeln
  • Kastenfenster mit zwei sich öffnenden Fensterflügeln

Typische Baustoffe der Rahmen sind:

  • Holz
  • Kunststoff (PVC)
  • Aluminium

Aus ökonomischer Sicht, aber auch aus Sicht des Umweltschutzes ist sinnvoller, ein vorhandenes Fenster Instand zu setzen als ein neues zu kaufen. Dies ist in der Regel nur bei Holzfenstern möglich. Bei Neukauf ist besonderer Augenmerk auf sie Wärmeschutzverglasung zu legen. Neben der Verglasung spielt die Konstruktion des Fensters und der fachgerechte Einbau eine große Rolle auf eine gute Wärmedämmung. Aus ökologischer Sicht sind Holzfenster aus heimischer, nachhaltiger Forstwirtschaft die empfehlenswerteste Lösung. Sie zeigen die günstigste Ökobilanz von der Herstellung bis zur Entsorgung. Fenster aus diesen Hölzern sind durch das FSC-Siegel und das Naturland-Siegel zu erkennen.

Das FSC-Siegel bedeutet, dass eine nachhaltige Forstwirtschaft betrieben wird. Es wird soviel Holz entnommen, wie auch nachwachsen kann. Zusätzlich wird auch der größtmögliche Verzicht auf Pestizide in der Forstwirtschaft angezeigt.

 

 

 

EINRICHTUNG VON INNENRÄUMEN

Die moderne Lebensweise hat dazu geführt, dass wir uns 90% unserer Lebenszeit in geschlossenen Räumen aufhalten. Baustoffe, Anstriche und andere Materialien der Wohnungseinrichtung geben flüchtige Stoffe ab, die zusammen mit Zigarettenrauch, Hausstaub und Schimmelpilzsporen als Innenraumschadstoffe bezeichnet werden. Viele dieser „Wohngifte“ werden durch den Geruch nicht wahrgenommen, können aber zu allergischen Reaktionen führen. Belastungen in Innenräumen rufen wesentlich häufiger Gesundheitsstörungen hervor als schlechte Außenluft.

Schadstoffquellen in Innenräumen

Schadstoffe Belastungsquelle Mögliche Auswirkungen Maßnahmen
Formaldehyd
Isocyanate
Furnierte Spanplatten, Paneele, Bauspanplatten Hautausschläge, Augenreizungen, Husten Verstärktes Lüften.
Vermeidung zu hoher Luftfeuchte und hoher Raumtemperaturen
Phthalate, flüchtige organische Stoffe Teppich mit PVC- Rücken Kopfschmerzen, Übelkeit, Reizwirkung auf Haut und Schleimhäute Kurzfristig Raumtemperatur erhöhen, verstärkt Lüften, sonst Teppich entfernen
Permethrin und andere Pyrethroide Wollteppiche mit Mottenmittel ausgerüstet Husten, Schleimhautreizungen, Allergie ähnliche Symptome Evtl. Wohngift-Analyse
Flüchtige organische Stoffe wie Toloul, Benzol Farben, Lacke, Leime und Kleber Schleimhautprobleme
Kopfschmerzen, Übelkeit, Blutbildveränderungen
Verstärkte Lüftung
Phosphorsäureester Stoffcouch, Matratzen Nervosität, Hautausschläge, Schleimhautreizungen Evtl. Wohngift-Analyse
Belastungsquelle entfernen
Schimmelpilzbefall, Pilzsporen in der Luft Feuchte Wohnung, Blumenerde, unzureichend gewartete Klimaanlage Allergiesymptome, Muskel und Gelenkschmerzen , Schwächung des Immunsystem Heiz- und Lüftungsverhalten umstellen, durch Abrücken Luftzirkulation hinter den Möbeln verbessern, geringer Befall kann mit verdünntem Brennspiritus oder Soda-Lösung beseitigt werden Behebung baulicher Mängel
Hausstaubmilbe Bett, Polstermöbel Allergiesymptome, Niesanfälle, Husten, Atemnot Häufiges Lüften, Feuchtigkeit reduzieren, säubern

Vorbeugen gegen Gesundheitsschäden

Zu einem angenehmen Raumklima gehört frische Luft. Diese verbraucht sich aber in geschlossenen Räumen. Der Mensch entnimmt der Luft Sauerstoff zum Atmen und gibt Kohlendioxid an die Luft ab. Weitere Umweltschadstoffe und „Wohngifte“ werden aus Möbeln, Teppichen, Tapeten, Farben und Lacken freigesetzt. Im Normalfall ist beim Lüften mindestens eine Luftwechselrate von 0,5 anzustreben, d.h. 50% des Raumluftvolumens sollten pro Stunde gegen Frischluft ausgetauscht werden.

Als Faustregel gilt: 3 – 4 x am Tag etwa 5 – 10 Minuten

Das ist auf verschiedene Arten möglich:

Querlüftung durch Öffnen gegenüberliegender Fenster Durchzug) 1-5 Min
Stoßlüftung durch geöffnetes Fenster 5-10 Min
Lüften durch halb geöffnetes Fenster 10-15 Min
Querlüftung durch gekipptes Fenster und geöffnete Türen 15-30Min

Bei einem Verdacht auf Schadstoffbelastungen im Wohnbereich, sind Messungen und Analysen anzuraten.
In Baumärkten und Apotheken gibt es Messsysteme, mit denen die Raumluft auf Formaldehyd, Lösungsmittel oder auch Ozon untersucht werden kann. Diese Messungen sind nicht sehr präzise, da sie nur das Vorhandensein der Schadstoffe angeben. Eine Angabe der Schadstoffkonzentrationen kann nur durch den Fachmann erfolgen. Ansprechpartner sind Umwelt- und Gesundheitsämter. Eine neue Art sich Hilfe zu holen, sind die Umweltapotheken. Sie führen Schadstoffanalysen im Wohnbereich durch.

RAUMAUSGESTALTUNG

Textile Bodenbeläge

Zur Herstellung von Teppichböden werden eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien benötigt. Das Flormaterial besteht überwiegend aus Polyamid. Weitere Materialien sind Polyacrylnitril und Polyester sowie Naturprodukte wie Wolle, Jute, Kokosfasern, Sisal, Seide und Baumwolle. Als Rückenbeschichtung wird meist eine Schaumbeschichtung oder ein textiler Zweitrücken verwendet. Bei der Verlegung unterscheidet man zwischen Kleben und Verspannen, wobei das Spannen zwar aufwendig aber umweltfreundlich ist. Beim Kleben ist grundsätzlich mit Emissionen von leichtflüchtigen organischen Verbindungen zu rechnen.

Teppichsiegel

Es gibt verschiedene Teppichsiegel die Aussagen über den Einsatz von Chemikalien im Teppichboden machen.

Das natureplus-Zeichen garantiert bei textilen Bodenbelägen, dass sie mindestens zu 95% aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Für die Verklebung der Schichten wird nur Naturlatex verwendet. Die Umwelt schädigende oder gesundheitlich bedenkliche Stoffe werden nicht verwendet.

Das GuT-Siegel bürgt dafür, dass gesundheitsgefährdende Stoffe wie Asbest, FCKW, Formaldehyde oder Pestizide nicht enthalten sind. Für andere Schadstoffe wurden Grenzwerte festgelegt, die erheblich unter denen der konventionell hergestellten Teppichböden liegen. Aber auch das GUT-Siegel bescheinigt keine absolute Schadstoff- und Giftfreiheit, denn flüchtige organische Stoffe, Aromaten, Weichmacher und Pyrethroide sind innerhalb bestimmter Grenzwerte zulässig. Verbraucherorganisationen stufen dieses Öko-Siegel im Schnitt als „eingeschränkt empfehlenswert“ ein.

Das rote Teppichsiegel ist ein Qualitätszeichen der Europäischen Teppichgemeischaft e.V. Es gibt Auskunft über Eigenschaften und Rodstoffgehalt. Das rote Teppichsiegel können nur Teppichböden erhalten, die das GUT-Zeichen tragen dürfen.

 

Zur Zeit führt die Europäische Teppichgemeinschaft e.V.das neue, internationalverständliche „Certificate of Quality“ auf dem Markt ein. Mittelfristig wird dieses neue Zertifikat das bewährte Teppichsiegel ersetzen. Beide Zeichen garantieren, das eine umfangreiche Schadstoffprüfung durch die Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e.V. vorgenommen wurde. Sie bestätigen, dass der geprüfte Teppichboden umweltfreundlich hergestellt wird und keine Schadstoffe wie Asbest, FCKW, Formaldehyd oder Pestizide enthalten darf.

Das greenline-Zeichen ist eine Eigenmarke der Firma Greenline und Linopur Vertrieb. Es befindet sich auf Teppichböden, die ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen (ungebleichte Wolle, Baumwolle, Leinen, Naturlatex, Pflanzenfarben) hergestellt wurden, Schadstoff-Grenzwerte einhalten, keine Mottenschutz- und Flammschutzausrüstung haben und kompostierbar sind. Alle eingesetzten Stoffe werden am Produkt angegeben. Die Voraussetzungen für das Zeichen werden von unabhängigen Instituten kontrolliert. Verbraucherorganisationen stufen dieses Siegel als „empfehlenswert“ ein.

Für Allergiker gilt besonders:

  • eine Volldeklaration der Inhaltsstoffe verlangen
  • eine Klebeverlegung ausschließen
  • kurzflorige Materialien einsetzen
  • einige Teppichböden tragen bereits das Prüfzeichen,das die Eignung als Allergiker bescheinigt

Holzfußboden

Holz als ökologischer Werkstoff bietet keine Garantie für einen wohngesunden Holzfußboden, wenn nicht bestimmte Bedingungen beachtet werden. Werden Holzfußböden mit Siegellacken behandelt, können krebserzeugende Stoffe (z.B. Formaldehyd, Benzole) ausgasen. Es ist darauf zu achten, dass diese Böden mit Wasserlacken oder Naturölen versiegelt werden und anschließend mit einem Wachsüberzug versehen werden.

Korkböden

Kork, an sich ein ökologisches Naturprodukt, wird ohne Beschichtung sowie mit verschiedenen Beschichtungen (Polyurethan, PVC) angeboten. Es sollten nur unbehandelte Korkbösen eingebaut werden und diese mit Naturölen und Naturwachsen behandelt werden. Bei der Auswahl von Korkböden bieten zwei Qualitätssiegel eine ökologische Qualitätsgarantie.


Linoleum

Linoleum besteht vollkommen aus nachwachsenden Rohstoffen: Leinöl, natürliche Harze, Kork–, Holz- und Kreidemehl. Das Rückenmaterial besteht Jute. Linoleumbeläge werden oft mit einer Versiegelung aus Acrylharz angeboten, auf die sollte verzichtet werden und der Belag mit einem natürlichen Flüssigwachs versiegelt werden. Zur Verlegung sollten lösemittelfreie Dispersionskleber oder Gips-Kasein-Kleber eingesetzt werden.

Putze und Tapeten

Optimal für ein gesundes Raumklima sind atmungsaktive Oberflächen, d. h .die Wandoberflächen nehmen Feuchtigkeit auf oder geben sie ab und schaffen eine angenehme Atmosphäre im Raum. Besonders wichtig: Es dürfen keine gesundheitlich gefährdenden Stoffe ausgasen. Naturnahe Putz- und Mauermörtel sind Kalk, Bims und Gips. Besonders zu empfehlen sind lehmhaltige Gesundheitsputze, durch die Schadstoffe abgebaut werden können. Wohnbiologisch besonders geeignet sind Wandbeschichtungen aus Baumwolle, Zellulose und Textil- und Pflanzenfasern. Die Feuchtigkeitsregulierung wird durch den Einsatz dieser Naturfasern besonders unterstützt. Die Atmungsaktivität der Wandflächen zu erhalten, gilt auch für den Einsatz von Tapeten. Eine Versiegelung der Wände durch Kunststoff- und Metalltapeten ist zu vermeiden. Bei einem Brand entstehen bei Kunststofftapeten neben normalen Rauchgasen, giftige Chlorverbindungen und Dioxine. Die Versiegelung kann eine Schimmelbildung an den Wänden hervorrufen. Durch die Kunststoffe können verschiedene giftige Gase austreten. Zu empfehlen ist die einfache alte Papiertapete und Rauhfasertapete mit einem Tapetenkleister aus unbedenklicher Methylzellulose.

Kleber

Der größte Teil der Klebstoffe wird heute auf Erdölbasis produziert. Es gibt aber Naturklebstoffe, die überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Fast alle Kleber weisen gesundheitliche Risiken auf, die durch Freisetzen der jeweiligen Inhaltsstoffe entstehen können. In einigen Klebstoffklassen sind organische Lösungsmittel enthalten, die hautentfettend wirken bzw. aufgrund ihrer narkotisierenden Wirkung das Nervensystem angreifen und bei hohen Konzentrationen auch Nieren und Leber schädigen können.
Die wasserverdünnbaren synthetischen Alternativen (Dispersionskleber, Leime, Kleister) kommen meist nicht ohne gesundheitsschädliche Konservierungsstoffe (z.B. Formaldehyd) aus. Während des Klebevorgangs sind insbesondere die Reaktions-, Kontakt- und Sekundenkleber bedenklich.
Bei einer großflächigen Anwendung von Klebern ist deshalb eine vollständige Deklaration der Inhaltsstoffe vom Hersteller zu verlangen.
Klebstoffe, die mit EC 1 gekennzeichnet werden, enthalten keinerlei Lösungsmittel und entsprechen sehr strengen Emissionskriterien.
Umweltbewusste Technologien, wie Verspannen und Vernageln sollten, wenn möglich, bevorzugt angewandt werden.

Farben und Lacke

Das Angebot an Farben, Lacken und Lasuren ist vielfältig. Die Anstrichstoffe haben aber eines gemeinsam. Sie bestehen in der Regel aus vier Komponenten: Bindemittel, Lösungsmittel, Pigment und Zusatzstoffen.

Lacke und Lackfarben (Auswahl)

Bezeichnung Bindemittel Lösungsmittel
Alkydharzlack Alkydharze 30 – 50% organische Lösungsmittel
Acryllack Ester der Acryl- und Methacrylsäure bis 10% organische Lösungsmittel

Lacke und Lackfarben (Auswahl)

Bezeichnung Bindemittel Lösungsmittel
Dispersionsfarbe
Latexfarbe
Acrylharzfarben
Kunststoffdispersionen aus Polymerisatharzen bis 10% organische Lösungsmittel
Wasser
Leimfarbe tierische oder pflanzliche Leime, z.B. Kaseinleim Celluloseleim Wasser
Kalkfarbe Gelöschter Kalk Wasser
Silikatfarbe Wasserglas Wasser

Je nach Art der Bestandteile können sich die Anstrichstoffe negativ auf die Umwelt als auch schädlich auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Die gefährlichsten Bestandteile sind synthetische, organische Lösungsmittel, z. B. aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzol und Xylol oder auch Butylglykol und Kunstharze, wie Alkydharze, Acrylate und Weichmacher.
Während Kunstharze vorwiegend Allergien hervorrufen, wird Benzol schon längere Zeit als Krebs erregend entlarvt. Xylol kann das Zentrale Nervensystem angreifen.
Eine Alternative zu den konventionellen Farbprodukten sind die Naturfarben, die aus natürlichen und regenerierbaren Rohstoffen bestehen, z.B. Bienenwachs, Holzöl, Zitronenöl, Kolophonium Sojalecethin. Die Naturfarbenhersteller wie Leinos Biofa und Aura bieten ihre Produkte volldeklariert an.

Eine wichtige Hilfe für den Kauf umweltfreundlicher Produkte sind Qualitäts- und Umweltsiegel.

Auszeichnung schadstoffarmer Grundierungen, Lacke und Lasuren

 

Auszeichnung emissionsarmer Wandfarben, Dispersionsfarben, Silikatfarben

 

 

 

Das Siegel drückt nach DIN-EN 71/3 Sicherheit für Spielzeug aus. Das Prädikat „speichel- und schweißecht“ bezieht sich immer auf das getrocknete und ausgehärtete Produkt.

 

 

Ökologische Möbel

Schadstoffbelastungen in Innenräumen können auch durch Möbel hervorgerufen werden. Für Geruchsbelästigungen, Allergien und andere Gesundheitsbeeinträchtigungen sind möglicherweise Formaldehydausdünstungen, Holzschutzmittel, Farben und Klebstoffe aus Möbelwerkstoffen die Ursache.
Vom europäischen Verband ökologischer Einrichtungshäuser wurde das ÖkoControl Prüfsystem mit dem ÖkoControl Siegel für schadstoffgeprüfte Möbel ins Leben gerufen. Das Siegel garantiert, das für die Öko-Möbel Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwandt wird Leimholz und furnierte Tischlerplatten sind erlaubt, allerdings dürfen die verwendeten Leime weder Formaldehyd, Biozide noch flüchtige organische Verbindungen enthalten. grundsätzlich muss für Möbel mit dem ÖkoControl Siegel eine Volldeklaration aller verwendeten Roh- und Hilfsstoffe vorhanden sein. Selbstverständlich sollten auch alle anderen verwendeten Möbelbestandteile wie Baumwolle oder organische Füllmaterialien aus nachhaltiger Produktion stammen.

ÖKOLOGISCHE GESTALTUNG DES WOHNUMFELDES

Dachbegrünung

Mit einer Dachbegrünung versucht man versucht man, etwas Natur in die dichtbesiedelten Städte zu bringen. Ein begrüntes Dach wertet ein Haus optisch auf und mit den Blick auf den Umweltschutz auch ideell. Allerdings muss ein Gründach sorgfältig geplant werden, sonst schadet es mehr als es nützt. Neben den gärtnerischen Aspekten muss auf jeden Fall die bauliche Konstruktion des Hauses berücksichtigt werden. Entscheidend ist, dass die Dachkonstruktion die Last durch die Bepflanzung trägt.

Regenwassernutzung

Steigende Wasser- und Abwassergebühren verlangen nach Alternativen.
Regenwassernutzung ist eine Möglichkeit und eine besonders umweltfreundliche dazu. Jeder Bürger verbraucht im Durchschnitt täglich 135 l Wasser.Von diesem Wasser, aufwendig aufbereitet und entsprechend teuer, wird nur 1/3 als Trinkwasser verbraucht. Der Rest wird zur Gartenbewässerung, zum Wäschewaschen und zur Toilettenspülung gebraucht. Für Eigenheimbesitzer ist eine Regenwassernutzungsanlage eine ökologische sinnvolle Einrichtung. So funktioniert eine Regenwassernutzungsanlage: Das Wasser aus dem Regenfallrohr durchläuft ein Kiesbettfilter, und wird in einem Erd- oder Kellertank gesammelt. Mit Hilfe einer Pumpe wird es dann über ein zweites, vom Trinkwassernetz getrenntes Rohrleitungssystem allen Verbrauchsstellen, die kein Trinkwasser benötigen, zugeführt. Regen- und Trinkwasserleitungen dürfen keinesfalls miteinander in Verbindung stehen. Für ein Einfamilienhaus liegt die durchschnittliche Speichergröße bei 3 -5 m3.
Für Anlagen, die in Eigenheimen und Wohnanlagen genutzt werden, muss eine Anzeige bei den örtlichen Wasserwerken erfolgen.

Pflanzenkläranlagen

Pflanzenkläranlagen sind eine der ältesten und natürlichen Formen Abwasser aufzubereiten. Sie eignen sich besonders für die Abwasserbehandlung von Grundstücken, die nur unter hohen ökonomischen Aufwendungen an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen werden.
Die Abwässer fließen dabei zunächst in eine Grube, in der sich die Feststoffe absetzen. Diese können problemlos kompostiert werden. Danach werden die Abwässer in ein abgedichtetes Becken geleitet, das mit Kiesen und Sanden verschiedener Körnung gefüllt ist und mit Sumpfpflanzen, im Randbereich mit Blütenpflanzen bepflanzt ist. Die Wurzeln der Pflanzen belüften den Bodenfilter und bilden so den Lebensraum für die notwendigen Bakterien, die für den Abbau von Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen und die Bindung von Phosphaten verantwortlich sind. Das so gereinigte Wasser kann problemlos Badequalität erreichen. Der Platzbedarf einer solchen Anlage lässt sich grob so einschätzen:

Horizontalbeet: 5m2/Einwohner
Vertikalbeet:. 3m2/Einwohner